Wir hörten es sofort nach dem Erwachen: Es regnete wieder in Strömen. Unsere Wanderpläne sollten somit vorerst ins Wasser fallen.
Der Morgen verlief daher ruhig und wir planten unsere Weiterreise. Am Mittag zeigte sich dann aber ein erster Lichtblick am Himmel. Wir nutzten die Chance sogleich, um den vierten, uns empfohlenen, Strand zu besichtigen. Der Weg dorthin erinnerte uns an ein verlassenes Militärgelände oder Sperrgebiet. Auch der Strand an sich sah dementsprechend etwas heruntergekommen aus: Wahllos überall Plastikstühle, verlassene oder gar verwahrloste Anlagen und überall Müll. Abgesehen davon entzückte uns die Bucht aber sehr. Wie auf der ganzen Inseln ist die Aussicht auf die Felsen aber einfach wunderschön.

Der morgendliche Regen hatte die Krebse aus dem Sand gelockt. Dies realisierten wir spätestens dann, als aus einem der vielen merkwürdigen Löcher im Sand plötzlich ein kleiner Krebs auftauchte.

Das Wetter wurde stetig besser und besser: Schnell war der Himmel strahlend blau und die Sonne brannte uns erbarmungslos auf der Haut. Die Aussicht von einer Rooftop-Bar in den Hafen von Cat Ba Town genossen wir in vollen Zügen. Danach gönnten wir uns, in der selben Bucht wie gestern, nochmal einen Sprung ins kühle Nass.


Am Strand spürte wir das Wochenende. Im Gegensatz zu gestern fanden wir heute viele Badegänger vor, allerdings die wenigsten davon in Schwimmklamotten. Viel mehr standen sie mit Jeans und Bluse im Meer. Auch schwamm niemand wirklich im Wasser. Die Leute liessen sich von den Wellen treiben. Wir taten es ihnen gleich.

Während wir die starken Wellen genossen, genossen die anderen aber zunehmend unseren Anblick. Wir hatten ja schon öfters bemerkt, dass zwei käseweisse West-Europäer hier einiges an Aufmerksamkeit erregen. Aber heute schienen wir besonders zu glänzen. Und so wurde gestarrt, mit dem Finger gezeigt, per Videochat die Sensation den Verwandten präsentiert und Fotos gemacht. Die Hauptattraktion am Strand: wir.
In wie vielen Fotoalben wir nach unserer Reise wohl landen werden… 🙂

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