Panorama Cat Ba

Ein Paradies und seine Schattenseiten

Nach dem Sturm kommt bekanntlich die Ruhe. Cat Ba zeigte sich heute ruhig und teilweise sonnig. Die Halong-Bucht mit ihren unzähligen Inseln entfaltete ihren ganzen Charme.

Boote im Hafen von Cat Ba Town
Boote im Hafen von Cat Ba Town

Wir haben es schon gestern erwähnt, aber es kann nicht genug geschrieben werden: Die Landschaft ist wunderschön, atemberaubend, überwältigend. Die grossen und kleinen Kalkstein-Inseln, die grün-blauen Boote, das mystische Licht – wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Auch dieser Teil Vietnams gehört zum Unesco Weltkulturerbe. Cat Ba, ein Paradies…mit Schattenseiten, wie wir bald feststellen mussten.

Weg entlang der Bucht
Weg entlang der Bucht

Das gute Wetter lädt zu einer Abkühlung im Meer ein. Hier auf Cat Ba liegt die Luftfeuchtigkeit bei fast 90 Prozent. Geschwitzt wird also den ganzen Tag, egal ob Regen oder Sonnenschein. Wir machten uns daher nach dem Mittagessen auf den Weg zum Strand. Die Insel Cat Ba hat vier offizielle Strände anzubieten. Die ersten zwei sind leider geschlossen, denn: Das Paradies lockt eben viele Leute an und nun hat man sich – Naturschutz hin oder her – dazu aufgemacht, zwei dieser wunderschönen Strände mit riesigen Hotel-Blocks zu verbauen. Unser Herz brach ein erstes Mal.

Strand auf Cat Ba
Strand auf Cat Ba

Beim dritten Strand hatten wir Glück. Der Ausblick auf das Meer und die kleinen Inseln gefielen uns sehr. Die Wassertemperatur war erstaunlich hoch, so dass sich auch die Kälteempfindlichen unter uns ohne Aufwärmphase sofort ins Nasse stürzten. 🙂

Ausblick vom Kanonenfort
Ausblick vom Kanonenfort

Nach den entspannenden Stunden am Strand wollten wir noch das Kanonenfort erklimmen. Es diente im Krieg als Verteidigungsposten und liegt auf einem der vielen Hügel auf der Insel. Der Aufstieg dauerte etwa 30 Minuten und diese lohnen sich wirklich: Der Ausblick über die Bucht ist ein Traum. Wir gönnten uns ein kühles Blondes und geniessen den Sonnenuntergang. Ein Abstecher zwei Meter hinter die Bar eröffnet dann wieder die Kehrseite der Medaille: Die Barbetreiber schmeissen den ganzen Müll den Hang hinunter. Und unser Herz brach ein zweites Mal.

Nebst dem tollen Ausblick – solange man nicht hinter die Bar schaut, versteht sich – kann man die früheren Schützengräben und Tunnel besichtigen. Es war inzwischen schon sehr dunkel und die Fledermäuse schwirrten um unsere Köpfe.

Abendstimmung auf Cat Ba
Abendstimmung auf Cat Ba

Morgen ist unser letzter Tag auf der Insel, aber jetzt ist schon klar: Wir lieben diese Landschaft hier und gleichzeitig legt sich eine tiefe Wehmut über uns, wenn wir den fehlenden Respekt vor der Natur sehen. Cat Ba: ein Paradies, dessen Uhr bald abgelaufen zu sein scheint.

 

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